01. September 2011, 18:16 Uhr

Industriekeramiker - Von Ofenkacheln bis Baukeramik

High-Tech und Tradition eng verknüpft wie sonst kaum in einem Berufsbild

Wer bei Keramik nur an Badezimmer-Fliesen denkt, der irrt. Keramische Bestandteile gibt es in vielen Bereichen. High-Tech und Tradition seien in diesem Berufsbild so eng verknüpft wie in kaum einem anderen, sagt Peter Frischholz, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Keramischen Industrie (VKI) in Selb (Bayern).

Industriekeramiker
Viele Unternehmen haben sich spezialisiert, etwa auf Ofenkacheln und Baukeramik. Foto: Archivbild/dpa
Keramische Bestandteile gibt es in Dieselrußfiltern oder Elementen im Auslöser von Airbags, künstlichen Hüftgelenken oder Zahnfüllungen. Besonders im Kommen sei die technische Keramik, sagt Matthias Schlotmann vom Bundesverband Keramische Rohstoffe (BVKR) in Koblenz.

Angeboten wird die Ausbildung zum Industriekeramiker in vier Fachrichtungen: in der Anlagen-, der Dekorations-, der Modell- und der Verfahrenstechnik. Gelernt wird in Betrieb und Berufsschule. Für alle Azubis stehen zwölf Monate lang die gleichen Inhalte auf dem Programm. Neben Umweltschutz- und Sicherheitsfragen zählen dazu vor allem Formgebung und Veredlung, Trocknen und Brennen, Qualitätskontrolle sowie das Berechnen der „Schwindung“. Da die Produkte am Ende immer gleich groß sein sollen, muss ein Industriekeramiker ausrechnen können, um wie viel sie beim Brennen schrumpfen.

Während Industriekeramiker mit der Spezialisierung Anlagentechnik vor allem Produktionsanlagen für keramische Erzeugnisse einrichten, bedienen und überwachen, stellen sie in der Richtung Verfahrenstechnik überwiegend keramische Massen, Glasuren und Arbeitsformen her. Außerdem formen sie die Massen und brennen die Produkte. Wer im Bereich Dekorationstechnik arbeitet, malt, spritzt oder druckt Dekors auf Porzellan- und Keramikprodukte und glasiert sie. In der Modelltechnik werden Modelle aus Gips, Kunststoff oder Metall für die Produktion von keramischen Gegenständen gefertigt.

Schon vor Ausbildungsbeginn lässt sich klären, ob jemand gesundheitlich nicht für den Beruf geeignet ist. „Auf keinen Fall Asthmatiker“, sagt Hubert Meder von der Berufsgenossenschaft der keramischen und Glas-Industrie in Würzburg. Auch für Allergiker oder Menschen mit Hautproblemen sei der Job wegen der häufigen Feuchtarbeit nicht ratsam. Oft seien Teile von Hand durch Glasuren zu ziehen.

www.bvkr.de www.keramverbaende.dewww.bgglaskeramik.de

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Erstellt am: 01. September 2011, 18:16 Uhr
Geändert am: 01. September 2011, 18:25 Uhr
Autor: Nina C. Zimmermann

Nina C. Zimmermann