Die Kraft des Faktischen
Streik der Flugsicherung in Frankfurt ausgesetzt
Zuletzt hatte die Mini-Gewerkschaft GdF dem Betreiber des Frankfurter Flughafens vorgeworfen, er setze die Sicherheit der Passagiere aufs Spiel. In Wahrheit fürchtete die GdF, dass der von ihr angezettelte Streik seine Wirkung zunehmend verlieren könnte.
Dass die GdF den Arbeitskampf nun einstweilen abgeblasen hat, entspringt also nicht unbedingt der eigenen Vernunft. Vielmehr fügte sie sich der normativen Kraft des Faktischen. Für alle Flugpassagiere, die in diesen Tagen das Drehkreuz Frankfurt am Main nutzen müssen, ist das trotzdem eine gute Nachricht. Ob die Gefahr weiterer Flugausfälle nun auf Dauer gebannt ist, muss sich freilich erst noch zeigen. Bislang haben die 200 Vorfeldlotsen auf sehr egoistische Weise ihre eigenen Interessen verfolgt. Die anderen Kollegen im Flughafenbetrieb, die zum Teil deutlich weniger verdienen, waren ihnen herzlich egal.
Schon vor Jahren hat der Lokführerstreik gezeigt, wie eine kleine Gewerkschaft nahezu ein ganzes Land lahmlegen kann. Wer so viel Einfluss hat, muss sich allerdings auch seiner Verantwortung bewusst werden. So lange es bei der GdF daran mangelt, wird der Tarifkonflikt kaum zu befrieden sein. Aber vielleicht wäre dies ja Anlass genug, endlich über eine gesetzliche Regelung nachzudenken. Vor zwei Jahren hatte zwar ein Gericht entschieden, dass auch mehrere Tarifverträge innerhalb eines Betriebes rechtens sind. Wenn daraus aber ein tarifliches Machtspiel zulasten der Allgemeinheit entsteht, dann muss die Politik handeln.
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Erstellt am: 23. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 23. Februar 2012, 08:52 Uhr
Autor: Kommentar StefanVetter

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