Sachsen kauft Heckel-Gemälde zurück
„Männer am Meer“ 1937 als „entartet“ beschlagnahmt / Nun im Albertinum zu sehen
Dresden Die Nazi-Aktion „Entartete Kunst“ riss auch in den Dresdner Bestand der Malerei des 20. Jahrhunderts schmerzliche Lücken. Nach einem Dreivierteljahrhundert hängt nun zumindest eines der berühmten Bilder wieder im Albertinum.
1937 waren auf Geheiß der Nazis insgesamt rund 50 Werke der damaligen Gemäldegalerie als „entartete Kunst“ abgestempelt und aussortiert worden. „Es ist eine ganz besondere Bereicherung, nach nunmehr rund einem Dreivierteljahrhundert erstmals wieder ein Bild in Empfang nehmen zu dürfen, das einstmals unter so schmählichen Umständen das Museum verlassen musste“, sagte Galeriedirektor Ulrich Bischoff. Eigentlich befindet sich das Kunstwerk bereits seit April 2010 wieder in der Elbestadt. Es hing mit einem weiteren Heckel-Bild als Leihgabe in der Jubiläumsausstellung zur 450-jährigen Geschichte der Kunstsammlungen, sagte Dalbajewa.
„Männer am Meer“ zeigt Soldaten eines Sanitätszuges beim Baden in Ostende in Westflandern und enthält Elemente der Formensprache des Kubismus und des Expressionismus. Das 1920 vom Freundeskreis für die Gemäldegalerie gekaufte Bild war im Semperbau am Zwinger zu sehen, bis es beschlagnahmt und 1940 in private Hand verkauft wurde. Schon Ende der 1980er-Jahre hatten sich die Kunstsammlungen erfolglos um den Rückkauf des Gemäldes aus westdeutschem Privatbesitz bemüht. Rund 20 Jahre später ist der Ankauf gelungen und die Galerie hat nun wieder ein Hauptwerk von Heckel (1883-1970), der neben Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff zu den Gründern der berühmten Dresdner Künstlergruppe „Brücke“ gehörte.
Auch Werke der beiden anderen Künstler gehören zu den Dresdner Werken, die die Nazis als „entartet“ aussortierten und verkauften. Das Verzeichnis listet auch Gemälde von Max Beckmann, Marc Chagall, Otto Dix, Lionel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Edvard Munch, Emil Nolde und Max Pechstein auf. „Von den sechs Kokoschka-Bildern ist eines in Privatbesitz“, sagte Dalbajewa. „Die anderen hängen in Museen in Deutschland, Europa und den USA.“ Werke aus dem 19. Jahrhundert habe die Gemäldegalerie damals als Entschädigung bekommen.

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