Patricia Anwandter lernt in Calau mehr über ihre Ahnen
Chilenin auf zwei Kontinenten unterwegs / Neues Museum ist toll
Calau Patricia Anwandter ist mit ihren chilenischen Mitschülern auf Spurensuche ihres eigenen Vorfahren: Carl Anwandter. 1801 geboren, hat er bis zu seiner Auswanderung nach Chile viel in Calau bewegt. Seine 15-jährige Nachfahrin ist über die neue Museumsausstellung begeistert. Und noch überraschender: Auch sie gehört jetzt zur Ausstellung.
Eine der 43 Jugendlichen aus Valdivia hatte noch ganz andere Intentionen: Patricia Anwandter wandelte auf den Spuren ihres eigenen Vorfahren. Als Nachkommin in der nunmehr neunten Generation sah sie die Reise nach Calau auch noch aus ganz persönlichen Gesichtspunkten. „Klar ist es was Besonderes, wenn der Urahn der Familie hoch verehrt wird. Und das auch noch um die halbe Welt herum“, sagte die 15-jährige Schülerin, die schon mal in Calau war. Patricia Anwandter hatte mit ihrer Mutter Gabriela im Februar 2009 die Stadt besucht. „Wir sind damals aus Berlin gekommen und wollten nach Hause nach Baden-Baden. Damals waren wir im Heimatmuseum und haben ein Bild von unserer Großmutter Anwandter de Nuss in der Vitrine gesehen“, erinnerte sich Patricia.
Inzwischen ist das Material über Carl Anwandter umgezogen, aus den Glasvitrinen im Heimatmuseum in das Haus der Heimatgeschichte. Dort bekam Calaus bedeutendster Sohn eine eigene Dauerausstellung, die sich zunehmend zum Publikumsmagneten entwickelt. Was Patricia Anwandter und ihre Mitschüler nicht ahnen konnten: Ihr Besuch von 2009 war im Bild festgehalten worden und ist heute ebenfalls Bestandteil der neuen Ausstellung. Die Überraschung war natürlich groß, als Patricia die Aufnahme von 2009 im neuen Museum sah: „Das ist schon cool. Jetzt komme ich hier nichts ahnend vom anderen Kontinent und plötzlich liegt ein Bild von mir in ihrem Museum. Das muss ich unbedingt meiner Mutter erzählen.“
Von der neuen Ausstellung war die Schülerin sehr beeindruckt. „Damals waren ja nur die Bilder in den beiden Tischvitrinen. Heute ist ja hier sein ganzes Lebenswerk dargestellt, ganz modern und sehr anschaulich. Das ist schon Wahnsinn, wie schön sich hier alles entwickelt hat“, so Patricia Anwandter, die sich auch in das Gästebuch des Museums eintrug.
Über solche Eindrücke freut sich Erika Förster, die den chilenischen Schülern die Ausstellung zu Anwandter zeigte. „Unsere Ausstellung wächst ja noch weiter. Zum Stadtfest 2010 hatten wir den ersten Raum mit Anwandters Apotheker-Leben in Calau fertig. Nun geht es Schritt für Schritt voran mit der Übersiedlung nach Chile und seinem Schaffen in Südamerika. Im Vordergrund steht natürlich die Deutsche Schule, aber auch die Brauerei, die Feuerwehr oder Brauchtum und Vereinswesen“, gibt Erika Förster einen Ausblick.
Patricia Anwandter, die heute selbst in Valdivia lebt und im Instituto Alemán Carlos Anwandter lernt, nahm viele neue Eindrücke aus Calau mit. „Ich pendle ja nun zwischen Deutschland und Chile. Ich werde die Geschehnisse in Calau so gut es geht weiter verfolgen und werde sicher wieder einmal Calau besuchen“, sagte Patricia zum Abschied.

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