Energiekosten werden vergleichbar
Regionales Konzept stellt ab März Daten für alle Lausitzer Kommunen bereit
Forst Die Lausitz wird transparent. Zumindest in Fragen der Energiegewinnung und des Energieverbrauchs wird es in Kürze eine große Datenbank geben, die alle Kommunen der Region erfasst und für jeden Bürger einsehbar ist. Dahinter steht das Regionale Energiekonzept Lausitz-Spreewald, das derzeit im Rahmen der Regionalen Planungsgemeinschaft erarbeitet wird. Es könnte der Auftakt für eine große Energiedebatte in der Region sein.
Für jede Kommune der Lausitz inklusive ihrer Ortsteile soll die neue Datenbank detaillierte Informationen enthalten. Am Beispiel von Altdöbern wurde dies bei der Tagung in Forst schon einmal präsentiert. Angefangen bei Grunddaten zur Bevölkerung, zu Mietverhältnissen und Wohnungsbeständen, geht es weiter über alle relevanten Informationen zum Energieverbrauch und zur -gewinnung.
Dabei werden nicht nur die üblichen Bereiche Strom und Wärme untersucht sondern auch der Bereich Verkehr. „Wir wollen ein umfassendes Bild der Energiebilanz aufzeigen“, so Zschau, deshalb sei auch der Verkehr wichtig. Deshalb sei auch die Darstellung der Daten entsprechend gewählt. „Wir reden nicht nur in Energieeinheiten, wir reden in Euro“, so Zschau.
Für jede Kommune lasse sich ermitteln, welche Energiekosten tatsächlich entstehen und auch, wo das Geld dafür hinfließet. Also ob es in der Region bleibt oder abfließt. Viele Daten werden sowohl als Tabellen als auch in Diagrammen dargestellt. Man habe sich bemüht, auch die Darstellung so zu gestalten, dass jeder Bürger damit etwas anfangen kann. „Das kann jeder Bürger nutzen“, verspricht Zschau.
Kommunen sollen die Daten auch für ihre lokalen Energiekonzepte nutzen können. „Hier arbeitet die Planungsgemeinschaft als Dienstleister für die Kommunen“, erläutert Zschau, der sich von der Datenbank auch wichtige Erkenntnisse für die Zukunft der Region verspricht. Denn erstmals würden sämtliche Daten der einzelnen Städte vergleichbar. Ein Ranking, wo die eigene Kommune steht, sei so leicht erstellbar. Zudem soll das Regionale Energiekonzept best-practice-Kommunen aufzeigen, also solche, bei denen bestimmte Teilaspekte der Energiebilanz gut gelöst wurden. Andere Orte könnten sich daran ein Beispiel nehmen.
Ohnehin soll das Energiekonzept nicht nur bei der Beschreibung des Ist-Zustandes verweilen. Aufgesattelt auf die Datenerfassung ist eine Analyse der Potenziale und Szenarien, die sich für die Zukunft der Region ergeben können. Zusätzlich soll es Handlungsempfehlungen geben, die in einem zweiten Schritt erarbeitet werden. Experteninterviews und Einschätzungen dazu werden in den kommenden Wochen erarbeitet. Der Gesamtbericht soll dann Ende des Sommers vorliegen.
„Wir wollen zeigen, wo es sich lohnt, anzupacken“, erläutert Zschau. Dabei gehe es auch darum, die Kommunen zu sensibilisieren, dass die Energiewende nicht etwas ist, das 2030 oder 2040 kommt. „Das müssen wir jetzt starten“, so Zschau. Die gesammelten Daten würden sehr anschaulich machen, dass dies nicht nur eine Frage des Klimaschutzes ist, sondern auch betriebswirtschaftlich Sinn mache.
Wenn künftig entsprechende Entscheidungen in den Kommunen anstehen, könne sich Dank der Datenbank jeder Gemeindevertreter ein eigenes Bild machen, wie es in der jeweiligen Kommune aussehe. Auch das könne zu einem Umdenken in manchen Punkten führen.
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Erstellt am: 23. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 23. Februar 2012, 08:38 Uhr
Autor: Bodo Baumert

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